Ansichtssache - Klaus Wiesehügel

29.01.15 Facebook gelöscht

Ich habe heute meinen Facebook Account gelöscht. Wer sich ab morgen bei FB anmeldet, akzeptiert automatisch die neue AGB. Hintergrund hierzu kann man in den Medien und  im Netz ausreichend finden. Mich hat jetzt schon gestört wie FB ständig versucht hat mich sowohl auf dem PC als auch auf meinem IPad mit Werbung für Browserspiele und anderes mehr zu beeinflussen. Das würde jetzt noch mehr werden. FB lässt mir keine Möglichkeit über die Verwendung meiner Daten und meiner Aktivitäten im Internet selbst zu entscheiden. Das kann und will ich nicht akzeptieren. Meine über 2500 gemeldeten Freundschaften sind nun auch nicht mehr war. Die meisten kannte ich sowieso nicht persönlich. Meine wirklichen Freunde/innen werden auch ohne FB mit mir im Kontakt bleiben. Ach ja der letzte Kommentar den ich nach meiner Ankündigung meinen FB Account zu löschen gelesen habe war: “ wer FB nicht mehr will, darf auch nicht mehr googlen“. Stimmt, deshalb ist Google auch nicht mehr mein Standardbrowser sondern der alte Internetexplorer und meine Suchmaschine ist ixquick.com.

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

26.12.13 Nachruf auf meinen Freund Hubert Fiedler

Nachruf auf meinen Freund Hubert Fiedler

Hubert

Am 18. Dezember erreichte mich morgens einen Anruf eines gemeinsamen Freundes, unser geschätzter Kollege Hubert Fiedler ist am Vortag verstorben.

Wir alle wussten, dass er schon lange krank war, weil die Kraft zum aufstehen ihn schon lange verlassen hatte und auch die Luft zum Atmen nicht mehr ausreichte.

Wir wussten, dass er seinen Rollstuhl brauchte. Aber wir hatten gehofft, dass er mit seiner Krankheit noch lange leben würde.

Noch vor ein paar Wochen hatte er sich nicht nehmen lassen, nach Königswinter zu fahren um an einem Vortrag zur Wohnungsbaupolitik teilzunehmen, zu dem man mich als Gastredner geladen hatte.

Ich habe mich sehr gefreut ihn dort zu sehen, und es schien mir als würde er sein schweres Schicksal mit dem, ihm so eigenen, etwas ironischen Humor ertragen.

Umso betroffener und trauriger war ich, als von seinem Tod erfuhr. Vielen seine Freundinnen und Freunde wird es sicher nicht anders gegangen sein.

Hubert Fiedler war Gewerkschafter mit Leib und Seele. Für ihn war politisches Engagement unverzichtbar und selbstverständlich zugleich. Auch darum war er fast sein ganzes Leben Gewerkschaftsmitglied.

Vor 30 Jahren sind wir uns das erste Mal begegnet. Er war Stadtverordneter in Hennef und ich als junger neuer Geschäftsführer auf der Suche nach tatkräftigen Mitgliedern die Verantwortung in unserer Gewerkschaft übernehmen konnten und wollten.

Ich hatte Glück, im Betrieb war er schon lange als Betriebsrat aktiv und nun konnte ich ihn auch für die ehrenamtliche Gewerkschaftsarbeit nach Feierabend und am Wochenende begeistern.

Wir aktivierten den Ortsverband Hennef neu, tagten einige mal erfolgreich in der Bahnhofsgaststätte in Hennef und schon der nächste Bezirksverbandstag in Bonn wählte ihn zum stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des Bezirksverbandes Bonn.

Das sagt sich so einfach. Es steht aber ein großes Maß an Engagement hinter diesen Worten. Hubert arbeitete bei einer Baufirma in Aachen und musste jeden Tag den weiten Weg nach Aachen und zurückfahren. Und damals war die ganze Strecke noch zweispurig und eine ewige Baustelle. Aber er war trotz dieser Belastung bereit, sich der Verantwortung zu stellen.

Auch nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben, bleibt Hubert seinem Bezirksverband Köln- Bonn als Vorstandsmitglied erhalten, aber er widmete sich immer mehr der Seniorenarbeit.

Viele Treffen in Steinbach mit anderen Senioren aus Ost und West aus Nord und Süd ließen den Gedanken aufkommen, die Seniorenarbeit der IG Bau bundesweit zu organisieren.

In dieser Zeit begegneten sich zwei Männer die in der Seniorenarbeit nicht nur eine wichtige Aufgabe, sondern auch eine tiefe Freundschaft fanden.

Karl-Heinz Vorbrüggen war vom Bundesvorstand mit der Organisation der Seniorenarbeit beauftragt und damit hatten sich zwei in gemeinsamer Verantwortung gefunden die fortan als die Unzertrennlichen galten und es über die Amtszeit hinaus es auch waren.

Im Jahr 2000 war es für die aktiven in er Seniorenarbeit endlich soweit. Die IG Bau führte die 1. Bundes- Seniorenkonferenz durch und wählte aus ihren Reihen einen Bundesseniorenvorstand. Als erster Bundes- Senioren- Vorsitzender wurde Hubert Fiedler gewählt.

Unter seiner  Verantwortung wurde die Seniorenarbeit in alle Bezirksverbände implementiert und erfolgreich in die Gesamtarbeit eingebunden. Die von ihm eingeführten Bundes-Seniorentreffen sind in der IG BAU legendär.

Für seine Senioren tat er alles und kämpfte, wenn es sein musste, auch gegen sich selbst. Obwohl in seine körperlichen Einschränkungen oftmals an den Rand des erträglichen brachten, ließ er keinen Termin, keine Veranstaltung für seine Senioren sausen, sondern machte sich immer wieder auf und  war sich seiner Verantwortung bewusst.

Hubert Fiedler gehörte als Vorsitzender der Senioren auch dem Gewerkschaftsbeirat mit beratender Stimme an und arbeitete mit allen Bezirksvorsitzenden und dem Bundesvorstand über viele Jahre zusammen. Sein Einfluss war groß, sein Wort wurde geachtet.

Die Mitglieder des Gewerkschaftsbeirates begegneten ihm immer anerkennend und mit großem Respekt.

Das galt auch für mich als Bundesvorsitzenden, konnte ich mich doch in all den Jahren immer auf ihn und seine Freundschaft und seinen guten Rat verlassen.

2009 —- als Hubert Fiedler von seiner schweren Krankheit schon sichtbar gezeichnet war,  musste er schweren Herzens die Amtsgeschäfte seiner Nachfolgerin Elke Garbe übergeben.

Ich hatte die große Ehre unter dem Beifall der gesamten Bundes Seniorenkonferenz Ihn zum Ehrenvorsitzenden der Senioren der IG Bau zu ernennen.

Eine Auszeichnung, die er nicht nur verdienet, sondern die ihn auch sehr stolz gemacht hat. Er hat sich richtig darüber gefreut.

“Niemand, den man liebt und schätzt, ist wirklich tot”, so heißt es.

Menschen, die uns – wie Hubert Fiedler-  viel gegeben haben und mit denen wir viel erleben durften, bleiben in unserer Erinnerung lebendig.

In den Geschichten die wir uns erzählen, heute und in Zukunft, und in den Bildern die wir mit uns tragen. Dort ist er gut aufgehoben und dort soll er uns und wird er uns immer wieder begegnen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

19.06.12 Was ist eigentlich eine Nachhaltigkeitsrücklage ?

Normalerweise  ist die Senkung des Rentenniveaus äußerst unpopulär und könnte vom Wähler böse abgestraft werden. Da aber die wahren Herren dieses Landes (das sind die einflussreichen Mitglieder und Funktionäre der BDA und dem BDI) von der Politik für ihre Spenden und ihre Mediale Unterstützung ständig Geschenke erwarten, kommt zumeist regierende Politik schnell in die Bredouille.

Die Arbeitgeber verärgern, trauen sie sich nicht, schließlich besitzen die auch alle Zeitungen im Land und machen dann einige aus ihren Reihen schon mal schlecht oder erzählen dem Volk eine unangenehme Geschichte. Davor muss man Angst haben, denn hat BILD dich erst mal am Wickel ist das Karriereende nicht mehr fern.

Also hat sich Politik einen Trick ausgedacht, um Wählers Zorn oder Unternehmerschelte zu umschiffen. Sie machen Gesetze die zwar die Rente verschlechtern, aber so, dass es nur Spezialisten verstehen und so, dass es erst in einigen Jahren bemerkt wird. Dann sind die heutigen Politiker schon längst in Pension und man kann sie ja nicht mehr abwählen. Die Pensionsansprüche werden allerdings nicht gesenkt, man will sich ja nicht selbst ins Knie schießen.

Wie funktioniert nun dieser Trick?

Er hat den unverdächtigen Namen „Nachhaltigkeitsrücklage“ bekommen. Nachhaltige Rente, das ist doch erst mal gut, soll sich der Wähler denken. Klappt ja auch.

Aber nach den schlauen Begriffserfindung muss der Politiker jetzt dafür sorgen, dass niemand diesen etwas sperrigen Begriff erklärt bekommt. Dafür sendet man jeden Abend im Fernsehen ein bis zwei Fußballspiele und schreibt die Blätter noch über die Unterhosen der gut gebauten Spieler voll und schon sind die Wähler und auch die Wählerin schön abgelenkt.

Dabei ist so eine Nachhaltigkeitsrücklage oder auch Nachhaltigkeitsreserve nur ein schönes Wort für eine fast unmerkliche Absenkung der Lohnkosten, sprich Senkung der Rentenversicherungsbeiträge.  Das sei auch gut für den kleinen Mann/Frau wird argumentiert, spart man im Durchschnitt doch etwa 6 Euro im Monat. Davon kann man immerhin im Monat 3 Kölsch trinken. Na denn Prost.

Die seit 2003 geltende Regelung sieht eine Senkung des Rentenversicherungsbeitrag vor, wenn bei der Rentenversicherungsanstalt so viel Geld angesammelt werden konnte, dass dort mehr als das 1,5 fache einer Monatsausgabe im Reservepott ist.

Nun könnte man mit dem schönen Geld ja einiges für die Zukunftssicherung tun oder womöglich die Rente erhöhen oder noch besser wie bei den Franzosen mit 60 in Rente gehen. Aber das ganze wurde ja nicht für uns ausgedacht sondern nur um die Lohnkosten der Herren im BDA und BDI zu senken.

Jetzt noch mal wie der Trick funktioniert und zwar so dass es jeder begreift.

  • Szenario1          Alle von den Arbeitgebern bezahlten Wissenschaftler (und das sind ziemlich viele) beginnen fast zeitgleich zu jammern, dass bald das christliche Abendland untergeht weil die Deutschen zukünftig keine Kinder mehr bekommen. Sie drücken das vornehmer aus, bei ihnen heißt das negative Demografie-Entwicklung.
  • Szenario 2           Die Politiker zeigen sich irritiert über die mangelnde Zeugungskraft unserer Enkelkinder und handeln sofort:
  1.  Heraufsetzung des Rentenalters auf 67.
  2. Absenkung des Rentenniveaus für zukünftige Rentenempfänger von knapp    über 50% auf knapp über  40% in etwa 20 Jahren.  Bestandsrentner lässt man ungeschoren, es soll ja keiner merken.
  • Szenario 3           Durch das stetig  sinkende Rentenniveau und die ersten Ergebnisse verlängerter Lebensarbeitszeit sinken die monatlichen Ausgaben für die Rente. Der Rentenversicherungsbeitrag wird von 19,6 auf 19,2 und dann kontinuierlich auf unter 19% abgesenkt. Bei einer Belegschaft mit von etwa 30000 Arbeitnehmern ist die Ersparnis nicht unerhebliche. Das macht dann nur bei der ersten Absenkung in diesem Jahr bereits 180.000 Euro im Monat Lohnkostenersparnis.
  • Szenario 4           Die Herren in den Arbeitgeberverbänden sind zufrieden und lassen in ihren Zeitungen verbreiten, dass die z.Zt. regierenden Politiker sehr weise handeln, vorsorgend in die Zukunft blicken und deshalb dringend wieder gewählt werden sollten. Und das machen sie sogar über Parteigrenzen hinweg. Hauptsache der Politiker ist vorausschauend, in ihrem Sinne.

Alles klar?

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar