Katalonien

Eigentlich wollte ich ja nix mehr schreiben. Aber die Ereignisse in der Katalanischen Republik lassen mir dann doch keine Ruhe.

Ich will ja hier gar nicht für die katalanischen Separatisten Partei ergreifen. Sie hätten wissen müssen was jetzt an Gewalt folgt, ohne dass auch nur die geringste Aussicht auf eine Loslösung vom Königreich das sie schon vor 500 Jahren blutig besiegt hat bestand.

Aber es stimmt mich bedenklich wenn der Bürgermeister von Luxemburg auf einmal zum Retter der großen Nationalstaaten mutiert und sich kein Europa mit 99 Staaten wünscht. Wohin möchte sich Luxemburg den demnächst anschließen. Frankreich, Belgien oder gar Deutschland? Auch dass sich mein Land sofort meldet und die rechte Regierung in Spanien verteidigt ist mir ja schon klar. Man ist ja schließlich in einer gemeinsamen Fraktion im Europaparlament.

Kann ich ja alles verstehen, nur verraten diese Helden die europäische Idee.  Meine Hoffnung war immer, dass die Idee und die Zukunft Europas, ein Europa der Regionen und eben nicht ein Europa der konkurierender Nationalstaaten  sei, die von Europa nur Vorteile für ihre Unternehmen suchen und Handelsverträge für ihre Wirtschaft verhandeln. Diese Idee ist seit heute endgültig beerdigt. Was bleibt, ist ein Europa der egoistischen Nationalstaaten mit einem ehemaligen Bürgermeister von Luxemburg als Aushängeschild. Schade eigentlich. Regionen müssen miteinander auskommen. Vor allem ohne Krieg und Gewalt. Nationalstaaten haben uns in den letzten 500 Jahren kein Glück gebracht. (Höchstens ein paar reiche Familien noch reicher gemacht.)

Und wo steht eigentlich geschrien, dass eine Region die sich von einem mittelalterlich zusammengeraubten (meist durch furchtbare Kriege erzwungenen) Nationalstaat löst, damit automatisch aus der EU ausgeschlossen wird. Auch wieder so eine Lesart der Nationalstaaten.

Ich hoffe für Rajoy, für den spanischen König und aber vor allem für die Spanischen Sozialisten, dass nicht am Ende der Woche viel zu viel Blut an ihren Händen klebt.

 

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