Nachruf auf meinen Freund Hubert Fiedler

Nachruf auf meinen Freund Hubert Fiedler

Hubert

Am 18. Dezember erreichte mich morgens einen Anruf eines gemeinsamen Freundes, unser geschätzter Kollege Hubert Fiedler ist am Vortag verstorben.

Wir alle wussten, dass er schon lange krank war, weil die Kraft zum aufstehen ihn schon lange verlassen hatte und auch die Luft zum Atmen nicht mehr ausreichte.

Wir wussten, dass er seinen Rollstuhl brauchte. Aber wir hatten gehofft, dass er mit seiner Krankheit noch lange leben würde.

Noch vor ein paar Wochen hatte er sich nicht nehmen lassen, nach Königswinter zu fahren um an einem Vortrag zur Wohnungsbaupolitik teilzunehmen, zu dem man mich als Gastredner geladen hatte.

Ich habe mich sehr gefreut ihn dort zu sehen, und es schien mir als würde er sein schweres Schicksal mit dem, ihm so eigenen, etwas ironischen Humor ertragen.

Umso betroffener und trauriger war ich, als von seinem Tod erfuhr. Vielen seine Freundinnen und Freunde wird es sicher nicht anders gegangen sein.

Hubert Fiedler war Gewerkschafter mit Leib und Seele. Für ihn war politisches Engagement unverzichtbar und selbstverständlich zugleich. Auch darum war er fast sein ganzes Leben Gewerkschaftsmitglied.

Vor 30 Jahren sind wir uns das erste Mal begegnet. Er war Stadtverordneter in Hennef und ich als junger neuer Geschäftsführer auf der Suche nach tatkräftigen Mitgliedern die Verantwortung in unserer Gewerkschaft übernehmen konnten und wollten.

Ich hatte Glück, im Betrieb war er schon lange als Betriebsrat aktiv und nun konnte ich ihn auch für die ehrenamtliche Gewerkschaftsarbeit nach Feierabend und am Wochenende begeistern.

Wir aktivierten den Ortsverband Hennef neu, tagten einige mal erfolgreich in der Bahnhofsgaststätte in Hennef und schon der nächste Bezirksverbandstag in Bonn wählte ihn zum stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des Bezirksverbandes Bonn.

Das sagt sich so einfach. Es steht aber ein großes Maß an Engagement hinter diesen Worten. Hubert arbeitete bei einer Baufirma in Aachen und musste jeden Tag den weiten Weg nach Aachen und zurückfahren. Und damals war die ganze Strecke noch zweispurig und eine ewige Baustelle. Aber er war trotz dieser Belastung bereit, sich der Verantwortung zu stellen.

Auch nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben, bleibt Hubert seinem Bezirksverband Köln- Bonn als Vorstandsmitglied erhalten, aber er widmete sich immer mehr der Seniorenarbeit.

Viele Treffen in Steinbach mit anderen Senioren aus Ost und West aus Nord und Süd ließen den Gedanken aufkommen, die Seniorenarbeit der IG Bau bundesweit zu organisieren.

In dieser Zeit begegneten sich zwei Männer die in der Seniorenarbeit nicht nur eine wichtige Aufgabe, sondern auch eine tiefe Freundschaft fanden.

Karl-Heinz Vorbrüggen war vom Bundesvorstand mit der Organisation der Seniorenarbeit beauftragt und damit hatten sich zwei in gemeinsamer Verantwortung gefunden die fortan als die Unzertrennlichen galten und es über die Amtszeit hinaus es auch waren.

Im Jahr 2000 war es für die aktiven in er Seniorenarbeit endlich soweit. Die IG Bau führte die 1. Bundes- Seniorenkonferenz durch und wählte aus ihren Reihen einen Bundesseniorenvorstand. Als erster Bundes- Senioren- Vorsitzender wurde Hubert Fiedler gewählt.

Unter seiner  Verantwortung wurde die Seniorenarbeit in alle Bezirksverbände implementiert und erfolgreich in die Gesamtarbeit eingebunden. Die von ihm eingeführten Bundes-Seniorentreffen sind in der IG BAU legendär.

Für seine Senioren tat er alles und kämpfte, wenn es sein musste, auch gegen sich selbst. Obwohl in seine körperlichen Einschränkungen oftmals an den Rand des erträglichen brachten, ließ er keinen Termin, keine Veranstaltung für seine Senioren sausen, sondern machte sich immer wieder auf und  war sich seiner Verantwortung bewusst.

Hubert Fiedler gehörte als Vorsitzender der Senioren auch dem Gewerkschaftsbeirat mit beratender Stimme an und arbeitete mit allen Bezirksvorsitzenden und dem Bundesvorstand über viele Jahre zusammen. Sein Einfluss war groß, sein Wort wurde geachtet.

Die Mitglieder des Gewerkschaftsbeirates begegneten ihm immer anerkennend und mit großem Respekt.

Das galt auch für mich als Bundesvorsitzenden, konnte ich mich doch in all den Jahren immer auf ihn und seine Freundschaft und seinen guten Rat verlassen.

2009 —- als Hubert Fiedler von seiner schweren Krankheit schon sichtbar gezeichnet war,  musste er schweren Herzens die Amtsgeschäfte seiner Nachfolgerin Elke Garbe übergeben.

Ich hatte die große Ehre unter dem Beifall der gesamten Bundes Seniorenkonferenz Ihn zum Ehrenvorsitzenden der Senioren der IG Bau zu ernennen.

Eine Auszeichnung, die er nicht nur verdienet, sondern die ihn auch sehr stolz gemacht hat. Er hat sich richtig darüber gefreut.

“Niemand, den man liebt und schätzt, ist wirklich tot”, so heißt es.

Menschen, die uns – wie Hubert Fiedler-  viel gegeben haben und mit denen wir viel erleben durften, bleiben in unserer Erinnerung lebendig.

In den Geschichten die wir uns erzählen, heute und in Zukunft, und in den Bildern die wir mit uns tragen. Dort ist er gut aufgehoben und dort soll er uns und wird er uns immer wieder begegnen.

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