Was ist eigentlich eine Nachhaltigkeitsrücklage ?

Normalerweise  ist die Senkung des Rentenniveaus äußerst unpopulär und könnte vom Wähler böse abgestraft werden. Da aber die wahren Herren dieses Landes (das sind die einflussreichen Mitglieder und Funktionäre der BDA und dem BDI) von der Politik für ihre Spenden und ihre Mediale Unterstützung ständig Geschenke erwarten, kommt zumeist regierende Politik schnell in die Bredouille.

Die Arbeitgeber verärgern, trauen sie sich nicht, schließlich besitzen die auch alle Zeitungen im Land und machen dann einige aus ihren Reihen schon mal schlecht oder erzählen dem Volk eine unangenehme Geschichte. Davor muss man Angst haben, denn hat BILD dich erst mal am Wickel ist das Karriereende nicht mehr fern.

Also hat sich Politik einen Trick ausgedacht, um Wählers Zorn oder Unternehmerschelte zu umschiffen. Sie machen Gesetze die zwar die Rente verschlechtern, aber so, dass es nur Spezialisten verstehen und so, dass es erst in einigen Jahren bemerkt wird. Dann sind die heutigen Politiker schon längst in Pension und man kann sie ja nicht mehr abwählen. Die Pensionsansprüche werden allerdings nicht gesenkt, man will sich ja nicht selbst ins Knie schießen.

Wie funktioniert nun dieser Trick?

Er hat den unverdächtigen Namen „Nachhaltigkeitsrücklage“ bekommen. Nachhaltige Rente, das ist doch erst mal gut, soll sich der Wähler denken. Klappt ja auch.

Aber nach den schlauen Begriffserfindung muss der Politiker jetzt dafür sorgen, dass niemand diesen etwas sperrigen Begriff erklärt bekommt. Dafür sendet man jeden Abend im Fernsehen ein bis zwei Fußballspiele und schreibt die Blätter noch über die Unterhosen der gut gebauten Spieler voll und schon sind die Wähler und auch die Wählerin schön abgelenkt.

Dabei ist so eine Nachhaltigkeitsrücklage oder auch Nachhaltigkeitsreserve nur ein schönes Wort für eine fast unmerkliche Absenkung der Lohnkosten, sprich Senkung der Rentenversicherungsbeiträge.  Das sei auch gut für den kleinen Mann/Frau wird argumentiert, spart man im Durchschnitt doch etwa 6 Euro im Monat. Davon kann man immerhin im Monat 3 Kölsch trinken. Na denn Prost.

Die seit 2003 geltende Regelung sieht eine Senkung des Rentenversicherungsbeitrag vor, wenn bei der Rentenversicherungsanstalt so viel Geld angesammelt werden konnte, dass dort mehr als das 1,5 fache einer Monatsausgabe im Reservepott ist.

Nun könnte man mit dem schönen Geld ja einiges für die Zukunftssicherung tun oder womöglich die Rente erhöhen oder noch besser wie bei den Franzosen mit 60 in Rente gehen. Aber das ganze wurde ja nicht für uns ausgedacht sondern nur um die Lohnkosten der Herren im BDA und BDI zu senken.

Jetzt noch mal wie der Trick funktioniert und zwar so dass es jeder begreift.

  • Szenario1          Alle von den Arbeitgebern bezahlten Wissenschaftler (und das sind ziemlich viele) beginnen fast zeitgleich zu jammern, dass bald das christliche Abendland untergeht weil die Deutschen zukünftig keine Kinder mehr bekommen. Sie drücken das vornehmer aus, bei ihnen heißt das negative Demografie-Entwicklung.
  • Szenario 2           Die Politiker zeigen sich irritiert über die mangelnde Zeugungskraft unserer Enkelkinder und handeln sofort:
  1.  Heraufsetzung des Rentenalters auf 67.
  2. Absenkung des Rentenniveaus für zukünftige Rentenempfänger von knapp    über 50% auf knapp über  40% in etwa 20 Jahren.  Bestandsrentner lässt man ungeschoren, es soll ja keiner merken.
  • Szenario 3           Durch das stetig  sinkende Rentenniveau und die ersten Ergebnisse verlängerter Lebensarbeitszeit sinken die monatlichen Ausgaben für die Rente. Der Rentenversicherungsbeitrag wird von 19,6 auf 19,2 und dann kontinuierlich auf unter 19% abgesenkt. Bei einer Belegschaft mit von etwa 30000 Arbeitnehmern ist die Ersparnis nicht unerhebliche. Das macht dann nur bei der ersten Absenkung in diesem Jahr bereits 180.000 Euro im Monat Lohnkostenersparnis.
  • Szenario 4           Die Herren in den Arbeitgeberverbänden sind zufrieden und lassen in ihren Zeitungen verbreiten, dass die z.Zt. regierenden Politiker sehr weise handeln, vorsorgend in die Zukunft blicken und deshalb dringend wieder gewählt werden sollten. Und das machen sie sogar über Parteigrenzen hinweg. Hauptsache der Politiker ist vorausschauend, in ihrem Sinne.

Alles klar?

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